Kurzmeldungen

Konzertrezension zum Auftriff von THE LYNNeS

Am 2. März spielte die Band in der Eingangshalle des Panorama Museums Bad Frankenhausen. Lesen Sie hier eine Konzertrezension von Fred Böhme.

Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum

Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum

Bad Frankenhausen. Am 2. März präsentierte das Panorama Museum auf seiner kleinen Bühne in der Eingangshalle das Konzert mit dem Damen-Duo THE LYNNeS aus Kanada. Der Name leitet sich von den Vornamen der beiden Musikerinnen her, die beide Lynn(e) heißen. Doch die Namensgleichheit ließ sich nicht auf ihr Wesen übertragen. Lynne Hansen – hager, schlank, das Energiebündel, das sich an der neuen Gretsch-Gitarre freute und stolz dieses Juwel aus dem Gitarrenkoffer auspackte, mal die Rock´n Roll-Pose mimte, dann wieder sentimental und weich gestimmt. Daneben Lynn Miles, untersetzter und korpulenter, viel zurückhaltender – jemand aus dem Publikum meinte spontan: Die singende Hausfrau in den mittleren Jahren mit einer Akustikgitarre gewappnet! – aber mit beißenden sarkastischen Kommentaren und einer sehr schönen Frauenstimme gesegnet. Und auf der Bühne dann dieser unterhaltsame Dialog zwischen beiden, dieses „Schaukampfgeplänkel“, das sie in ihren melodieseligen Stücken, in den sich beide Stimmen miteinander verschlangen, lügen straften.
Die Musikerinnen waren pünktlich gegen 16:00 Uhr im Panorama Museum angekommen. Somit war dieses Mal die Konzertvorbereitung, Aufbau, Soundcheck usw. alles sehr entspannt. Sie waren zu ihrem ersten Europakonzert direkt aus Kanada über London nach Frankenhausen gekommen und waren glücklich, als sich dazu die Eingangshalle erstaunlich gut füllte. Letztlich waren 110 Besucher aus Bad Frankenhausen und Umgebung, aber auch aus Hannover, aus dem Eichsfeld oder aus Halle / Saale zu diesem Konzert angereist. Sie begannen ihren Auftritt gleich mit einem Kracher ihrer aktuellen CD „Heartbreak Song fort he Radio“ „Recipe For Disaster“, der Ohrwurm-Potential hat und sofort das Publikum fesselte. Beide spielten sie dabei ihre akustische Gitarren, Lynne Hansen übernahm kleinere Soli und Lynn Miles übernahm das zupackende Rhythmusspiel. Im Gesang waren hier beide Stimmen gleichwertig nebeneinander, während bei den folgenden Stücken mal Lynne Hanson den Liedgesang übernahm und Lynn Miles die zweite Stimme beisteuerte oder umgekehrt. In „Don´t look down“ mutierte Lynne Hanson vom „Folk- zum Rockstar“, wie Lynn Miles den Tausch von der akustischen zur E-Gitarre ironisch kommentierte, und produzierte damit verhaltene, sehr atmosphärische, allerdings keine rockigen Sounds, vor denen ihre Gesangsstimmen miteinander harmonierten. Lynn Miles reicherte das Stück mittels eines Gitarren-Synthisizer mit dezenten elektronischen Sounds an. Sie schraubten das Tempo herunter und wechselten zu Folkballaden. Daneben gab es dann melodieselige Country-Stücke, bei „River Of Sand“ auch Spuren von Blues. Ihre Musik wurzelt unübersehbar in der Americana-Tradition, wobei sie ein Gespür für markante Melodien haben, so dass ihre Songs auch in dieser instrumental abgespeckten Version gut funktionierten. Der Wechsel zwischen Solo- und gemeinsam vorgetragenen Stücken trug ebenfalls zum Unterhaltungswert ihres Konzertes bei. Gesanglich gefielen sie mir bei einfachen Folkliedchen meist besser, als wenn sie ihren Gesang forcierten und mit etwas gepressten Stimmen energetischer klingen wollten. Erstaunlich war auch der instrumentale Nuancenreichtum, den sie mit ihrem sparsamen Equipment erzielten.

Letztlich hatten sie ihr Publikum verbal, durch ihren Charme und vor allem mit ihrer Musik um den Finger gewickelt und kamen nicht um Zugaben und den Verkauf zahlreicher CDs herum.

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