Kultur

Musikalisches Doppel verwöhnte Arterner Musikfreunde

Am 23. Juni fand im Arterner Rathaus ein Konzert statt. Einen Tag später gab es einen Leckerbissen in der Arterner Marienkirche. Evelyn Lange war vor Ort und schildert hier Ihre Eindrücke. Derweil stehen schon die nächsten Termine an...

Artern. Gleich von zwei musikalischen Höhepunkten konnten sich die Arterner Konzertfreunde und ihre Gäste am letzten Juniwochenende verzaubern lassen.
Bereits am Freitag lud der Eislebener Verein „ars interactiva“ zum zweiten seiner hochkarätigen Konzerte im Rahmen der Luther-Ehrung 2017 ins Arterner Rathaus ein. „Musica Luminosa“ haben die Künstler ihre Reihe zum Reformationsjubiläum genannt und boten dieses Mal mit ihrer „Religionssymphonie“ eine konfessionsübergreifende musikalische Besetzung auf. Aus dem Iran, Israel, Japan und Deutschland hat sich ein jugendliches Bläserquartett zusammengefunden, das gemeinsam mit dem Klaviervirtuosen Prof. Piotr Oczkowski (Polen/Venezuela) Musik vom Feinsten bot. Das gut gestimmte Quintett interpretierte barocke Werke von W. A. Mozart und G. P. Telemann ebenso ambitioniert wie Schumanns Romanzen Op. 94, Robert Kahns „Serenade für Klarinette, Horn und Klavier Op. 73 oder gar den gewaltigen L. v. Beethoven, durch dessen Quintett für Klavier und Bläser Es-Dur Op. 16 immer ein wenig die 5. Sinfonie durchblinzelt. Die jungen Menschen ließen mit ihrer Kunst die Temperaturen des im Rathaussaal gespeicherten Hochsommers und die Marter des unsäglichen Gestühls für zwei Stunden vergessen und durften sich über reichlich Applaus freuen. „Musica Luminosa“ wird das nächste Mal am 16. September 2017 mit dem Konzert „Soli Deo Gloria“ in Artern weitergehen. Der Pianist Piotr Oczkowski interpretiert dann Werke Johann Sebastian Bachs.

Die Arterner Kirche St. Marien hatte am Sonnabendabend ihre Tore weit geöffnet. Dennoch blieb die Hitze vergangener Tage angenehm außen vor, wie der neue Kantor Pascal Salzmann schmunzelnd bemerkte. Es ist auch die Not, die zu diesem und folgenden Orgelkonzerten die Zuhörer einlädt, dem jungen Kirchmusiker möglichst zahlreich ihr Ohr zu schenken. Die Orgel, die Königin der Instrumente, hat sich in dem schlichten Arterner Gotteshaus, salopp gesagt, auf die Socken gemacht. Das ist nicht gut, weder für die Gemeinde, die Kirche als Bauwerk noch die Orgel selbst. Das Instrument braucht dringend Hilfe, die allerdings nur für wenigstens 200000 Euro zu haben ist. Ein renommierter Orgelbauer aus Brandenburg hat die schwergewichtige Patientin untersucht und die erschütternde Diagnose gestellt. Die Orgel ist auf die Hilfe aller Arterner angewiesen, gläubig oder nicht, denn eine Kirche gehört nun einmal ins Dorf oder in die Stadt, in unsere Stadt. Spenden sind bitter nötig und sie könnten fließen, würde es weiterhin so angenehme, inspirierende Konzerte wie am letzten Samstag geben. Ein Dresdener Freund, seines Zeichens Tenor, war der Einladung Pascal Salzmanns gefolgt und erfreute die gut fünfzig Zuhörer in der Marienkirche mit seiner Kunst. Zu Gehör kamen Kompositionen von J. S. Bach, N. Bruhns und Max Regers monumentale Introduction und Passacaglia D-Moll sowie Lieder von Max Reger und C. Saint-Saëns. Die Kollekte zeigte sich am Ende gut gefüllt. Bis zu 200000 Euro ist der Marsch lang. Aber auch er beginnt, nach Laotse, mit dem ersten Schritt. Der ist getan.

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Evelyn Lange

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