Politik

Personalnot in Blumengeschäften und Gartencentern

Gewerkschaft sieht drohenden Personalmangel in der Branche. Niedriglöhne seien eine große Gefahr für die 40 Floristik-Beschäftigte im Kyffhäuserkreis.

Kyffhäuserkreis. Mit Blumen machen sie anderen eine Freude – aber ihre eigene Bezahlung ist ein Ärgernis: Die rund 40 Menschen, die im Kyffhäuserkreis in Blumengeschäften und Gartencentern arbeiten, verdienen nach Beobachtung der IG BAU oft kaum mehr als zehn Euro pro Stunde. Auf der Suche nach höheren Löhnen könnten viele von ihnen bald die Branche verlassen, warnt die Floristen-Gewerkschaft. „Während ihre Kolleginnen in Westdeutschland bereits jetzt auf einen Stundenlohn von 13 Euro kommen, liegen die Floristinnen im Osten beim Einkommen weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn von zwölf Euro, der ab Oktober bundesweit gilt. Da braucht es keinen zu wundern, wenn sich die Beschäftigten beruflich umorientieren und das Blumengeschäft gegen den Supermarkt tauschen“, sagt Matthias Lötzsch, Bezirksvorsitzender der IG BAU Nordthüringen.
Der Gewerkschafter wirft den ostdeutschen Floristik-Arbeitgebern vor, die Zukunft der Branche aufs Spiel zu setzen. Für die alten Bundesländer habe sich der Fachverband Deutscher Floristen (FDF) mit der IG BAU auf Lohnerhöhungen von bis zu 24 Prozent geeinigt – „aber im Osten blockieren die Firmen ein angemessenes Plus“, so Lötzsch. „Wenn die Arbeitgeber die Beschäftigten ausgerechnet in Zeiten hoher Inflation weiter mit Mini-Löhnen abspeisen, droht eine Abstimmung mit den Füßen. Dringend gesuchtes Personal, das Sträuße und Kränze bindet, Gestecke und Blumenschalen macht, wird dann noch schwerer zu finden sein.“

Die IG BAU fordert eine Angleichung der Ost- an die Westeinkommen. Das Einstiegsgehalt für Fachkräfte solle bundesweit deutlich über 13 Euro pro Stunde liegen – und damit oberhalb des künftigen gesetzlichen Mindestlohns von zwölf Euro. Für Ostdeutschland hatte der FDF zuletzt lediglich einen Stundenlohn von 12,10 Euro angeboten. „Die Arbeitgeber sollten ihre Haltung überdenken, wenn es demnächst noch Menschen geben soll, die sich im Kyffhäuserkreis für den – an sich schönen – Beruf mit Blumen und Pflanzen entscheiden“, so Lötzsch.

IG BAU

Kommentare

Kommentieren
Im Moment sind keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten!

Beliebte Artikel

Zur Leseliste hinzufügen
Programm 50. Arterner Zwiebelmarkt

Programm 50. Arterner Zwiebelmarkt

Artern Lesen Sie hier das Programm zum Jubiläumsmarkt in Artern. Das erste Mal fand der Markt im Jahr 1972 statt, eigentlich müsste es bereits der 51. sein, aber...

Zur Leseliste hinzufügen
 Frau durch Hundebisse verletzt

Frau durch Hundebisse verletzt

Schönfeld Die Frau war in Schönfeld unterwegs und wollte ihre Katze vor freilaufenden Hunden schützen.

Zur Leseliste hinzufügen
Sperrung der Brücke über die Helme in Heygendorf

Sperrung der Brücke über die Helme in Heygendorf

Heygendorf Nach einer Brückenprüfung muss die Brücke gesperrt werden.

Zur Leseliste hinzufügen

Streifenwagen kollidiert mit geparktem Sattelauflieger

Artern Sachschaden mindestens 5000 Euro

Beliebt

Neueste Artikel

Zur Leseliste hinzufügen
vor 2 Tagen

Brand in Gartenanlage

Roßleben in Roßleben

Zur Leseliste hinzufügen
vor 2 Tagen

Fahrrad gestohlen

Artern in Artern

Zur Leseliste hinzufügen
vor 3 Tagen

Fachkräfte gewinnen und halten

Kyffhäuserkreis Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung (ThAFF) gibt gemeinsam mit Landratsamt Kyffhäuserkreis neue Impulse für die Fachkräftegewinnung und -bindung. Die Thaff möchte Unternehmen vor Ort Chancen aufzeigen.

Zur Leseliste hinzufügen
vor 3 Tagen

Berauscht auf Auto aufgefahren

Heldrungen in Heldrungen