#innenstadtsanierung

Politik

Redebeitrag zur Innenstadtsanierung

Hier veröffentliche ich meinen Redebeitrag zur letzten Stadtratssitzung, am Montag 19. Dezember 2016.

Artern. Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte, sehr geehrte Frau Bürgermeisterin. Wir sollen heute über ­einen Entwurf für die Straßenplanungen zur anstehenden Innenstadtsanierung befinden. Es gab bereits einige Beratungen zu diesem Thema, nichtsdestotrotz verdient dieses Thema auch heute unsere volle Aufmerksamkeit. Die Innenstadt und die Gestaltung der Straßen haben einen starken Einfluss auf die Strahlkraft einer Stadt. Ichstedt und Ringleben möchten sich, nach aktuellem Stand und im Zuge der Gebietsreform, Richtung Bad Frankenhausen orientieren. Spricht man mit den entscheidenden Gemeinderatsmitgliedern, so hört man ein ums andere mal, wie schön es in Bad Frankenhausen aussieht, wie schön die Straßen saniert sind.

Sie, Frau Zimmer, merkten selbst zur letzten Hauptausschusssitzung an, dass wir alle bei so einem wichtigen Thema, versuchen alles richtig zu machen und dafür sollten wir uns die nötige Zeit nehmen. So haben Sie bitte Geduld mit mir und gestatten Sie mir an dieser Stelle noch ein paar Kritikpunkte, die in meinen und in den Augen meiner Fraktion weiterhin unstimmig in der vorliegenden Planung sind.

Zum ersten geht es um den Bereich Rathaus/Spielzeugladen/Engel-Apotheke, der auf der Planung dunkelgrau markiert ist. Ein Blick in die Legende verrät, dass an dieser Stelle dunkles Natursteinpflaster verlegt werden soll. Wir finden die Grenzziehungen des Pflasters irritierend, da man in der vorliegenden Planung mitten auf dem Fußweg ein Pflasterwechseln findet, der uns willkürlich und ohne Bezug zum Marktplatz erscheint. Wir möchten die Frage in den Raum werfen, ob das wirklich zu einer Aufwertung führt oder wir mit dieser Neuerung eher Flickwerk schaffen. Man sollte die Neugestaltung an dieser Stelle nur zusammen mit dem Marktplatz denken! Einem in der Fläche einheitlich gestaltetem Marktplatz würde dieses Flickwerk in der Oberflächengestaltung entgegen stehen.
Dazu müsste die Stadt, die Mehrkosten für das Natursteinpflaster tragen. Hier sollten zuerst Zahlen ermittelt werden, bevor wir darüber abstimmen. Bitte nehmen Sie diese Mehrkosten ernst, denn trotz Förderung, können hier Summen zusammenkommen, die die Stadt sich im nächsten Jahr auf keinen Fall erlauben kann.

Unser nächster Kritikpunkt bezieht sich auf den Baum, der in die Mitte des Marktes gepflanzt werden soll. Auf den ersten Blick scheint es so, würde mit dieser Pflanzung eine Baumreihe vervollständigt. Das wirkt allerdings nur aus Sicht der Wasserstraße so. Blickt man von der Sparkasse in Richtung dieses geplanten Baums, ergibt sich ein unstimmiges Bild, dass den Marktplatz zerreißt. Es wirkt gar wie ein überstehendes Teil, dass das Karree der Baumpflanzungen um das Rathaus zerstört. Der Blick auf das Rathaus und auch auf die Gebäude am Markt würden behindert und ich finde hier handelt es sich um ein paar der schönsten Häuser in Artern, die wir nicht verstecken sollten. Hier sind die Planungen nach unserer Auffassung nur aus Sicht der Wasserstraße erfolgt und sollten überdacht werden.

Über den letzten Punkt haben wir intensiv diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir gegen den geplanten Gegenverkehr in der Johannisstraße sind. Dafür haben wir eingängige Gründe erörtert:
- Die Fußwegbreiten sind uns, der aktuellen Planung folgend, zu gering auf beiden Seiten. Die Engstelle auf der rechten Seite, blickt man vom Rathaus aus in die Johannisstraße, beträgt 1,39 m. Auf der linken Seite ist der Fußweg an seiner engsten Stelle gar nur 1,05 m breit. Dazu ist die Fahrbahn für Gegenverkehr mit 5,55 m ebenfalls knapp bemessen. - Abgesehen von der geringen Breite des Gehwegs, möchte wir auf die zwei Kreuzungsbereiche verweisen, die durch die Einrichtung des Wechselverkehrs komplizierter werden. Besonders der Kreuzungsbereich Johannisstraße/Alte Poststraße bereitet uns Sorgen.
- Aus unserer Sicht wichtige Parkplätze vor der Engelapotheke entfallen aufgrund der Zweispurigkeit. An dieser Stelle wäre ein Behindertenparkplatz sehr wünschenswert und hierbei würde es sich nach unserem Verständnis auch um eine Unterstützung der Gewerbetreibenden handeln. Die Parkplätze vor unserer letzten verbliebenen Bäckerei aus Artern, konkurrieren direkt mit den wenigen die jetzt in diesem Bereich vorgesehen sind.
- Die Abkürzung durch die Stadt wird durch einen neuen Fahrbahnbelag ohnehin schon attraktiver. Mit dem Gegenverkehr würde man sie noch kürzer machen. Das bringt mehr Autos in die Innenstadt und auf dieser Strecke liegt auch der Kindergarten „Magdalenenstraße“. Dies gilt es zu verhindern und den Plan der Einspurigkeit anzupassen. Halbherzige Lösungen, die sich die Möglichkeit der Zweispurigkeit offen halten, gehen zulasten der Kreuzungsbereiche, der Gestaltung der Parkflächen und der Breite der Fußwege! Es liegt ein Irrtum vor, wenn wir an dieser Stelle meinen, wir könnten zu einem späteren Zeitpunkt über die Verkehrsführung entscheiden. Der Plan muss in den Kreuzungsbereichen entsprechend angepasst und die Verkehrsführung organisiert werden. Will man die Zufahrt an der Kreuzung Johannisstraße/Alte Poststraße zum Innenstadtparkplatz „Park und Parken“ ermöglichen, so muss dieser Bereich aus unserer Sicht von einem Verkehrsplaner erörtert werden, da bei der aktuellen Planung die Vorfahrtssituation sehr unübersichtlich ist.

Für uns als Linke müssen diese drei strittigen Punkte zunächst geklärt werden und auch ein Verkehrsplaner hinzugezogen werden, damit der Planungsentwurf zustimmungsfähig wird. Wir möchten ein Alternativkonzept mit einseitiger Straßenführung in der Johannisstraße, eine Klärung des Bereiches für das Natursteinpflaster und eine Diskussion um den Baum auf dem Markt anstoßen.

Matthias Zupp

weitere Informationen:

http://www.arterner-zeitung.de/artikel/2016-10/Innenstadtsanierung-Wechselverkehr-fuer-die-Johannisstrasse

Matthias Zupp

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