Kurzmeldungen

Der Geolift - ein Dauerbrenner für die Region

Ein kritischer Beitrag zum geplanten Geolift am Kyffhäuser von Rainer Scheerschmidt aus Sondershausen (VITB, Mitglied im Kreistag).

Kyffhäuserkreis. Ein Gespenst geht um im Kyffhäuserkreis, das Gespenst des Geolifts, so kann man formulieren.
Wer sich auch nur ein wenig mit den geologischen Bedingungen des Kyffhäusergebirges beschäftigt, kommt unweigerlich zu dem Schluss, dass ein Eingriff in das Gebirge eine unverantwortliche Freveltat ist.
Schon Carl Reichenbach, der Architekt des Denkmals, wusste vor mehr als 100 Jahren von der unzulänglichen Beschaffenheit des Bodens und lies daher schon unter dem Denkmal Kammern errichten, um den unebenen Berg statisch auszugleichen. Er wusste sicher auch warum!
Das Denkmal wurde viele Jahre gut besucht und man nahm bzw. nimmt es wahr als das, was es ist, als Denkmal.
Dann kam die gemütliche Runde einiger Herren im Burghotel. Zu fortgeschrittener Stunde entstand die Idee, einen Lift zum Kyffhäuserdenkmal zu bauen.Wäre es mal eine Weintischidee geblieben.
Ein paar Jahre nach dieser Idee, haben sich einige Leute so in die Idee vernarrt, dass sie auf Biegen und Brechen auf dem Bau eines Geoliftes bestehen. Dabei spielen die Fragen der Notwendigkeit eines solchen Liftes und Geld keine Rolle. Sie brauchen ein persönliches Denkmal zu Lebzeiten!
Große Summen wurden bereits in die Planung gesteckt, ohne vorher eine richtige Analyse des Baugrundes, so wie es jeder private Häuslebauer tut, durchzuführen.
Es wurde bereits über den Kauf von Gebäudeteilen des Burghofs ( Sommerwirtschaft, die unter Denkmalschutz steht) verhandelt.
Über die Erreichbarkeit des Denkmalvorplatzes für Leute, die nicht so gut zu Fuss sind, macht man sich wenig Sorgen.
Die Kleinbahn, welche sich auf dem Kyffhäuser steht, darf nicht fahren? Wenn es wirklich an der zu großen Steigung auf dem ersten Streckenabschnitt liegt, wäre doch sicherlich auch ein Umbau des Weges möglich und auch billiger? Man muss aber wollen. Zur Zeit ist das Motto Geolift oder nichts!!
Kommt kein Geolift haben Gehbehinderte, wie in den letzten 3 Jahren zu erleben, eben Pech gehabt.
Jetzt ist zu vermuten, das entsprechend des zu erwartenden Gutachtens die Baukosten ins Unermessliche steigen. Wer übernimmt sie?
Hat der Landkreis und das Land Thüringen wirklich so viel Geld um eine solche Maßnahme auch noch zu fördern.
Die bekannt gewordenen Ergebnisse des Gutachtens sind aber nicht neu. In einer Dokumentation des Landratamtes Kyffhäuserkreis vom 04.03.2013 mit dem Titel „ Geolift am Kyffhäuserdenkmal“ wurde bereits auf den bankartigen Sandstein hingewiesen. Weiter heißt es dort: „Mit der Größe der Kluftweite wächst die Gefahr der Näherung des Kluftkörpers an einen instabilen Zustand. Durch den Verwitterungsgrad des Sandsteins stiegen die Kosten für die Hangsicherung in den Jahren 2006 bis 2009 um 1,08 Millionen Euro. Bei weiteren Auffahrungen im Berg kann mit Kluftwasser gerechnet werden.“
Bedenkenswert wäre ein touristisches Konzept, in dem alle Sehenswürdigkeiten der Kyff-häuserregion als Gesamterscheinung einbezogen sind. Warum soll es nicht möglich sein, die Besichtigung der Barbarossa-Höhle mit dem dortigen Geozentrum und dem Besuch des Denkmals zu verbinden. So könnten die Besucher die Bodenformationen im Geozentrum besichtigen und danach das Denkmal oder umgekehrt.
Wegen der Steigerung der Besucherzahlen am Denkmal ist der Bau des Geoliftes nicht zwingend notwendig, denn ständig warten die Verantwortlichen mit immer steigenden Besucherzahlen auf.
Ist es möglich, das Besucher wirklich nur wegen des Denkmals als Denkmal kommen, und nicht weil sie ein „Spassmal“ erwarten?
Die hohen, bisher verausgabten Gelder wären bei einer Aufgabe des Projekts, zwar in den Sand gesetzt. Aber es wäre immer noch besser, als Tatsachen zu schaffen, die im Nachgang unbezahlbar werden und nicht unterhalten werden können. Bestes Beispiel hierfür sind die in früheren Jahren geförderten Spassbäder im Thüringer Wald, die heute mehr und mehr unbezahlbar und zur Belastung der Kommunen werden.
Diese Tatsache könnte ein Denkansatz für die Verfechter des Geolifts sein.

Rainer Scheerschmidt

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