Land und Leute

Seltene Meeres-Salde breitet sich im Arterner Solgraben aus

https://www.arterner-zeitung.de/artikel/2021-11/Seltene-Meeres-Salde-breitet-sich-im-Arterner-Solgraben-aus

Die Meeres-Salde, eine Salz-Wasserpflanze, ist im deutschen Binnenland nur noch im Arterner Solgraben anzutreffen. Auch für den sehr seltenen Felsen-Beifuß dürfte dies der einzige Standort in Deutschland sein.

Foto: Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V. (LPV).

Foto: Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V. (LPV).

Artern. Um die Bestände dieser seltenen Pflanzen zu erhalten und zu entwickeln, führte der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V. seit 2019 im Rahmen des ENL-Projekts „Erhalt und Entwicklung des Biotopkomplexes Solgraben bei Artern im FFH-Gebiet Nr. 15“ Maßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung des Habitats durch.

Für die Meeres-Salden-Bestände ist neben dem Salzgehalt des Wassers eine ausreichende Fließgeschwindigkeit im Gewässer entscheidend. Durch die Sicherung der Böschung und der Verengung des Gewässerköpers mittels Totholzfaschinen sowie dem Ausbaggern des Brückendurchlaufs an der Ankerallee konnte die Fließgeschwindigkeit des Solgrabens erhöht werden. In Kombination mit der schonenden Entschlammung der Gewässersohle und dem Einbringen von Kiessubstrat verbesserten sich die Bedingungen für die Meeres-Salde deutlich.
Um die Lebensbedingungen salzliebender Tier- und Pflanzenarten zu optimieren, wurden kleine Bewässerungsgräben angelegt. Dadurch werden die umliegenden Bereiche mit Salzwasser versorgt und die Salzkonzentration im Boden erhöht. Durch Zurückdrängung der Schilfbestände im gesamten Gebiet und das Anlegen von Rohbodenstellen und Feuchtmulden konnte zudem ein kleinteiliges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume für salzliebende Arten wie Gemeiner Queller und Strand-Beifuß geschaffen werden.

Die Maßnahmen zeigen bereits erste Erfolge. Die Meere-Salde konnte sich im Gewässer weiter ausgebreiten. Die Bestände des seltenen Felsen-Beifußes sind stabil, andere Salzpflanzen konnten sich im terrestrischen Bereich etablieren.

Die Projektplanung fand in enger Zusammenarbeit mit Dr. Pusch, Leiter des Naturpark Kyffhäuser sowie der Unteren Naturschutzbehörde Kyffhäuserkreis statt. Auftraggeber der Maßnahmen war der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V., Träger der gleichnamigen Natura 2000-Station. Die Umsetzung wurde mit dem Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, der Unteren Wasserbehörde Kyffhäuserkreis und dem Gewässerunterhaltungsverband Untere Unstrut/Helderbach abgestimmt. Die Arbeiten wurden von der Firma Gebhardt Garten- und Landschaftsbau aus Esperstedt durchgeführt. Finanziert wurde das Projekt über EU- und Landesmittel des EFRE-Programms, einem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Für projektbezogene Fragen steht Ihnen der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e. V. gern unter 03631/4994485 zur Verfügung.

Medien zum Artikel

Silke Staubitz - Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser e.V.

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