Kurzmeldungen

Managergehälter und für Fehler haftende Beschäftigte

Manager verdienen immer mehr, ihre Fehler baden die Beschäftigten aus - für Reiner Sörgel (DGB) unverständlich

Erfurt. Reiner Sörgel, Vorsitzender des DGB Kyffhäuserkreis kann aktuelle Entwicklungen in der Wirtschaft nicht nachvollziehen: "Einige Manager und auch Politiker scheinen den Bezug zur Realität verloren zu haben. Trump ist das augenfälligste, aber nicht einzige Beispiel,  dass Reiche und Superreiche in einer anderen Welt leben als normale Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer."

Ex-VW-Manager Winterkorn erhält 3100 Euro Rente pro Tag, sein Unternehmen hat den Abgasskandal noch nicht überwunden und muss 30.000 Stellen abbauen. Diese Maßlosigkeit ist in einer Gesellschaft, in der weniger immer reicher werden und viele nicht vorwärtskommen, verbreitet. Den reichsten 10% der Bevölkerung gehört 2/3 des Privatvermögens in der Bundesrepublik. Die "unteren" 60% der Bevölkerung besitzen zusammen nur 6% des Privatvermögens. Vermögen aufzubauen ist ihnen aufgrund geringen Einkommens gar nicht möglich. Das gilt auch für die rund 22 Prozent aller Beschäftigten, mehr als 7 Millionen Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten. Die Schere geht auseinander - kein Wunder also, dass der soziale Zusammenhalt schwindet.
Fast 75 Prozent der Bevölkerung sprechen sich dafür aus, Managergehälter zu begrenzen. „Das durchzusetzen ist ein wichtiges Signal. Genau wichtig ist, dass es endlich wieder eine Umverteilung von oben nach unten gibt und allen ein sicheres und selbstbestimmtes Leben möglich ist.“ Dazu müssten Spitzenverdienende und Reiche entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zur Finanzierung des Gemeinwesens herangezogen werden. Der DGB wolle eine Reform der Einkommenssteuer, die kleine und mittlere Einkommen entlastet und Spitzenverdiener stärker belastet. Durch die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und eine verfassungskonforme Erbschaftssteuer, müssten außerdem große Vermögen wirksam besteuert werden. Schließlich müssten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch ein ordentliches Gehaltsplus ihren Anteil am gesellschaftlichen Reichtum bekommen. 

Durch genau das wollten diejenigen, die sich selbst maßlose Boni und Vergütungen gönnen, nicht. Die Arbeitgeberseite und ihre Verbände arbeiten daran, bessere Renten zu verhindern, stemmen sich gegen die Eindämmung von prekären Arbeitsverhältnissen und Niedriglohn. Thüringer Unternehmen stehen als Zulieferbetriebe oft am Ende der Nahrungskette und erfahren starken Kostendruck. Während Spitzenmanager verhandeln, erfahren Beschäftigte wie im Fall von Opel aus dem Medien von Verkaufsplänen.

„Als Gewerkschafter befürworte ich ein festes Manager-to-worker-pay-Verhältnis für Vorstandsbezüge. Genauso wichtig ist der soziale Ausgleich über das Steuersystem und dass die Interessen der Mehrheit so viel wiegen wie die Interessen einiger weniger Spitzenverdiener und Superreicher“, so Sörgel abschließend.

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