Land und Leute

Viele Menschen mit Zweitjob

https://www.arterner-zeitung.de/artikel/2020-02/Viele-Menschen-mit-Zweitjob

900 Beschäftigte haben im Kyffhäuserkreis einen Minijob neben ihrer normalen Stelle. Das berichtet die Gewerktschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Zapfen im Zweitjob. Immer mehr Menschen sind auf ein Nebeneinkommen angewiesen. Viele von ihnen arbeiten nach Feierabend in der Gastronomie.

Zapfen im Zweitjob. Immer mehr Menschen sind auf ein Nebeneinkommen angewiesen. Viele von ihnen arbeiten nach Feierabend in der Gastronomie.

Kyffhäuserkreis. Wenn ein Job nicht reicht: Rund 900 Menschen im Kyffhäuserkreis haben neben ihrer regulären Stelle noch einen Minijob. Damit stieg die Zahl der Zweitjobber innerhalb von zehn Jahren um 71 Prozent, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mitteilt. Die NGG Thüringen beruft sich hierbei auf neue Zahlen der Arbeitsagentur. Danach sind Zusatz-Jobs in Restaurants, Gaststätten und Hotels besonders verbreitet: In der Branche gab es im Juni 2019 kreisweit rund 170 Zweitjobber – das sind 144 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

Gewerkschafter Jens Löbel spricht von einer Schieflage auf dem Arbeitsmarkt: „Im Schatten des Booms der vergangenen Jahre sind viele sozialversicherungspflichtige Stellen entstanden, die oft kaum zum Leben reichen. Nebenjobs müssen dann die Haushaltskasse aufbessern. Aber wer auf einen Zweitjob angewiesen ist, der arbeitet meist am Limit – auf Kosten von Familie, Freunden und Freizeit“, so der Geschäftsführer der NGG Thüringen.
Dabei treffe der Boom bei den Nebenjobs langfristig auch die heimische Wirtschaft. „Gastronomen und Bäckermeister, die über den Fachkräftemangel klagen, aber gleichzeitig auf 450-Euro-Kräfte setzen, schneiden sich ins eigene Fleisch. Minijobber können keine Hotelfachleute ersetzen“, betont Löbel. Doch Fachkräfte gewinne man nur mit ordentlichen Löhnen – „so hoch, dass die Beschäftigten keinen Zweitjob mehr brauchen“. Außerdem müssten sich die Arbeitgeber stärker um Nachwuchs kümmern. „Eine Lehre im Lebensmittelhandwerk oder im Gastgewerbe kommt für Schulabgänger nur infrage, wenn der Lohn und die Ausbildungsbedingungen stimmen“, so der Gewerkschafter.


Die NGG sieht aber auch die Politik in der Verantwortung. Die Zunahme der Zweitjobs sei auch das Ergebnis einer verfehlten Arbeitsmarktpolitik der Nullerjahre. „Mit einer Reform könnte die Bundesregierung Minijobs voll in die Sozialversicherung einbeziehen. Allerdings sollten die Arbeitgeber den größten Teil der Beiträge zahlen. Das macht reguläre Stellen attraktiver und verschafft den Minijobbern heute eine bessere Absicherung“, so Löbel.

NGG-Region Thüringen

Kommentare

Kommentieren
Im Moment sind keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten!

Beliebte Artikel

Zur Leseliste hinzufügen

Hauptstraße Reinsdorf voll gesperrt

Reinsdorf VGS informiert

Zur Leseliste hinzufügen

Räuberische Erpressung in Artern

Artern an Haltestelle

Zur Leseliste hinzufügen

Öffentlichkeitsfahndung: Geldbörse entwendet und Bankkonto geplündert

Artern Wer erkennt die abgebildete Person?

Zur Leseliste hinzufügen

Wohnhaus in Vollbrand

Gehofen 75 Feuerwehrleute im Einsatz

Beliebt

Neueste Artikel

Zur Leseliste hinzufügen
vor 23 Stunden

Fallrohre an Pfarrhaus entwendet

Bottendorf Kupferdiebe am Schenkenplatz

Zur Leseliste hinzufügen
vor 2 Tagen

Pedelec bei Unternehmen entwendet

Artern Videoaufnahmen von Tätern gemacht

Zur Leseliste hinzufügen
vor 2 Tagen

Endlich wieder planschen: Freibad Rossleben öffnet wieder

Roßleben Freibad Rossleben: Badevergnügen nach langer Wartezeit – Was dich jetzt erwartet!

Zur Leseliste hinzufügen
vor 3 Tagen

Auto gerät in Brand

Oldisleben in Oldisleben