Land und Leute

Wer baut das beste Insektenhotel?

Kreativer Wettbewerb will zu wertvoller Naturschutzarbeit animieren.

Kyffhäuserkreis. In Deutschland leben etwa 570 Wildbienenarten, die heute mehr denn je gefährdet sind. Laut NABU zeigt eine aktuelle Studie, dass die Masse an Insekten allein in den letzten neun Jahren um 41 Prozent zurückgegangen ist, die Zahl der Wildbienen ist in diesem Zeitraum um 10 Prozent gesunken. Die Ursachen dafür sind vielfältig, hauptsächlich aber durch Eingriffe des Menschen in die Umwelt und ihre natürlichen Lebensräume bedingt. Die Zerstörung von Nistplätzen, die Vernichtung des Nahrungsangebots durch Flächenversiegelung, Monokulturen und Pestizideinsatz machen neben Krankheitserregern den Wildbienen das Überleben schwer.

Auch in unserer artenreichen Gipskarstregion haben viele Wildbienen ein Zuhause. In der Natur nutzen sie neben Totholz und hohlen Pflanzenstängeln auch Gesteinsritzen in den Karstlandschaften. Manche Arten bohren die Löcher für ihre Brut auch in Sand, Lehm oder sogar weiches Gestein wie den Gips. Das Team des Hotspot-Projektes „Gipskarst Südharz – Artenvielfalt erhalten und erleben“ ruft die Bevölkerung der Südharzregion dazu auf, Initiative zu ergreifen und die heimischen Wildbienenpopulationen mit zusätzlichen Nisthilfen zu unterstützen und zu stärken.

Am 1. Mai startet ein Wettbewerb zum Bau und Aufstellen von Wildbienennisthilfen, den sogenannten „Insektenhotels“. Groß und Klein kann sich daran beteiligen, nach Herzenslust zu basteln und zu bauen und anschließend Fotos der entstandenen Herbergen – angebracht im Wohnumfeld, auf dem Balkon oder im Garten - an das Hotspot-Projekt senden.
Um beim Bauen der Wildbienennisthilfen keine Fehler zu machen – zum Beispiel geeignetes und richtig bearbeitetes Material zu verwenden, Verletzungsquellen für die Bienen zu vermeiden und keine Nistplätze für Tiere einzubauen, die räuberisch leben und eine Gefahr für die Bienenbrut darstellen, können sich alle Interessenten auf der Website des Hotspot-Projektes unter www.hotspot-gipskarst.de informieren. Dort finden sich Verweise auf geeignete Internetseiten zum Bau von Wildbienennisthilfen, aber auch zum Kennenlernen der Artenvielfalt und Tipps für bienenfreundliches Gärtnern.

Das Hotspot-Projekt in Trägerschaft des Landschaftspflegeverbandes Südharz/Kyffhäuser e.V. unter seinem Vorsitzenden Egon Primas setzt sich im Bundesprogramm Biologische Vielfalt für die langfristige Erhaltung und den Schutz der Artenvielfalt in der Gipskarstlandschaft im Norden Thüringens ein. Gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, die Stiftung Naturschutz Thüringen sowie den Landkreis Nordhausen.

Senden Sie uns Fotos der aufgestellten Wildbienenunterkünfte und gerne auch ihrer Bewohnerinnen und Bewohner sowie des Herstellungsprozesses bis zum 30. Juni 2020 auf dem Postweg an den LPV Südharz/Kyffhäuser e.V., Hotspot „Gipskarst“, Uthleber Straße 24 in 99734 Nordhausen oder per e-mail an die Adresse hotspot-suedharz@lpv-shkyf.de . Bitte die Angabe des Absenders mit Namen, Adresse und Alter nicht vergessen! Die Kriterien zur Prämierung durch eine Jury des Landschaftspflegeverbandes sind auf der Projektwebsite hinterlegt. Nähere Informationen sind unter der Telefonnummer 03631 4966978 erhältlich oder auf der Website www.hotspot-gipskarst.de . Wenn Sie mit der Veröffentlichung der Fotos im Rahmen der Projektarbeit einverstanden sind, senden Sie uns bitte die Einverständniserklärung, die sie auf unserer Website finden, ausgefüllt zu.

Landschaftpflegeverband Südharz/kyffhäuser

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