Land und Leute

Russenkapelle im Wald?

Neues aus der Hohen Schrecke. Neuer Rastplatz und Informationspunkt für die militärische Waldgeschichte.

Hohe Schrecke. Inmitten der Wälder des Naturschutzgebietes Hohe Schrecke befindet sich in der Gemarkung Ostramondra die „Waldkapelle“, ein kleines quadratisches Gebäude mit kapellenähnlichen Fensterformen. Das Gebäude vermittelt den Eindruck eines besinnlichen, sehr ruhigen Ortes, nur ca. 200 Meter vom Großen Hohen Schrecke Rundweg entfernt und unweit vom Radweg entlang des Kammweges. In der Bevölkerung trägt die „Waldkapelle“ den Namen „Russenkapelle“, da sie fest mit der Zeit der militärischen Nutzung des Gebietes durch die Rote Armee verbunden wird.

Mit Hilfe einer Förderung im Rahmen der nachhaltigen Regionalentwicklung des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz wurde die Geschichte der militärischen Nutzung der Hohen Schrecke aufgearbeitet. Anhand einer Infotafel wird die Waldgeschichte für Wandernde anschaulich dargestellt. Zudem ist ein neuer überdachter Rastplatz entstanden. Der neue Rast- und Infopunkt an der Waldkapelle befindet sich südöstlich der Großen- und Kleinen Sümpfe und des Kammweges bei Ostramondra, wenige Meter vom Großen Hohe Schrecke Rundweg entfernt. Eine Ausschilderung vom Rundweg ist vorhanden.

Übrigens: Es konnte nicht abschließende geklärt werden, ob die Waldkapelle tatsächlich von den Russen erbaut wurde oder schon vorher bestand. Fest steht: Zwar waren Teile des Waldes über 40 Jahre lang militärischen Sperrgebiet der Sowjetunion, spätestens seit den 1960er-Jahren fanden jedoch keine umfangreichen militärischen Manöver auf dem Waldgelände mehr statt. Vielmehr diente der Wald mit seinen alten Bäumen und besonders dichten Kronen als Tarnung für geheime Nachrichteneinheiten. So blieb die Natur größtenteils ungestört sich selbst überlassen. Damit konnte in der Hohen Schrecke ein einmaliger Naturraum entstehen.
Der Verein Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft e.V. möchte an dieser Stelle allen Zeitzeugen herzlich danken, die dem Aufruf im Sommer letzten Jahres gefolgt sind und ihre Erzählungen, Hinweise und Material geteilt haben. Die Aufarbeitung der Waldgeschichte in der Hohen Schrecke ist noch nicht abgeschlossen. Aktuell ist ein Historiker mit der Aufarbeitung der Geschichte in den Jahrhunderten vor der militärischen Nutzung beschäftigt.

Weitere Infos:
https://www.outdooractive.com/de/poi/soemmerda/waldkapelle-hohe-schrecke/67944707/

Medien zum Artikel

Christina Semper

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