Kurzmeldungen

Folk- und Country-Duo Ad Vanderveen & Kersten de Ligny

Konzertrezession zum Auftriff im Panoramamuseum

Bad Frankenhausen. Rezension

zum Konzert mit dem niederländischen Folk- und Country-Duo Ad Vanderveen & Kersten de Ligny
am 15. März, 20:00 Uhr in der Eingangshalle des Panorama Museums.

Als Ad Vanderveen am vergangenen Freitagabend (15. März) mit der Gitarre in der Linken die kleine Bühne in der Eingangshalle des Panorama Museums betrat, war die für ihn kein unbekanntes Terrain, denn zum vierten Mal gastierte er nun hier, dieses Mal wie vor 15 Jahren zusammen mit seiner Partnerin Kersten de Ligny. Das Publikum war wie bei seinen vorherigen Malen sehr zahlreich erschienen und mehr als 100 Gäste sahen erwartungsfroh einem stimmungsvollen Country- und Folkmusik-Abend entgegen. Ad Vanderveen, dieser Niederländer mit kanadischen Wurzeln, der immer wieder stimmlich wie auch musikalisch mit Neil Young verglichen wurde, aber durchaus ein eigenständiger Liedermacher von Format ist, der es versteht seine ganz eigenen Geschichten in dieses Folk- und Balladenformat zu verpacken, begann den Abend mit einem ruhig melodiösen, ganz unspektakulären Folkstückchen. Damit waren die musikalischen Koordinaten vorgegeben. Er bestritt den Löwenanteil des Gesangs, Kersten lieferte mitunter die harmonierende Zweitstimme und sang gerademal 2 Solostücke mit ihrer ausgesprochen schönen Frauenstimme. Ad begleitete sich bei seinen Stücken entweder auf seiner Dreadnought- oder auf seiner Steel-Gitarre, traktierte ab und zu die Stompbox, um damit den Rhythmus wie eine Kickdrum zu markieren, seltener setzte er eine Mundharmonika ein, um weitere musikalische Farben in die Stücke einzubringen. Kersten war eher für kleinere perkussive Einlagen mit Schüttelei oder Holzklapper zuständig. Interessanter wurde es dann, als sie auf einer Art Zither mit einstimmte. Die beiden begannen den Abend mit einer Referenz an den kürzlich verstorbenen Musikerkollegen und Freund aus Nashville David Olney, dem Ad seit den 90ern immer wieder begegnet ist oder zusammengearbeitet hat, indem sie dessen „Millionaire“ aufführten. Es folgte das wehmütige Lied über das Älterwerden, das wunderbare „If My Eyes Where Blind“, das Ad schon länger immer wieder in seinen Konzerten spielt, dieses Mal jedoch ohne jedes Pathos vortrug. Danach ging es quer durch die lange Musikerkarriere von Ad. War der erste Konzertteil eher stimmungsvoll und ruhig, wurden die Stücke im zweiten Teil etwas lauter und ausgelassener. Immer wieder erzählte er (in seinem drolligen Deutsch) wie er durch ganz besondere Erlebnisse auf seine Lieder gekommen ist, ob nun in der Höhle des Pythagoras, zu deren Besuch er erst seine Höhenangst überwinden musste oder wie er durch frühe Erlebnisse mit seiner Mutter als Kirchenorganistin zu einer CD-Produktion mit Kirchenorgel und Chor inspiriert wurde. So ging es durch das Programm und gipfelte in einer skurrilen Country-Nummer über den südthüringischen Ort Lederhose, in dem er sich einmal ganz fürchterlich verfahren hatte. Das Publikum fühlte sich bestens unterhalten, auch wenn dieses Konzert nicht zum Mittanzen einlud. Man lauschte gern den Geschichten und Liedern der beiden und erst nach einer ordentlichen Zugabe wurden sie entlassen.

Fred Böhme

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