Land und Leute

Demenz - Was nun?

Informationsveranstaltung des VdK Ortsverband Artern gut besucht.

Artern. Das Thema der letzten Mitgliederversammlung des VdK Ortsverbandes Artern lautete
„Demenz – Was nun?“. Die Vorsitzende war überrascht, dass sich fast 60 Mitglieder und Interessierte zu dem Vortrag eingefunden hatten. Als Gast hatten wir Doreen Seidler von der Alzheimer Gesellschaft Thüringen e. V. eingeladen. Sie ist seit 8 Jahren Projektmitarbeiterin in der Beratungsstelle in Erfurt (Pfeiffersgasse 12, 99084 Erfurt, Tel. 0361/21031-555, e-Mail info@alzheimer-thueringen.de).
Die Beratungsstelle wird durch das Land und die Pflegekassen gefördert.
Auf Grund des demographischen Wandels wird jetzt intensiver über das Thema Demenz gesprochen. Demenz ist eigentlich eine Erkrankung im Alter, ca. 8,6 % der über 65 Jährigen sind daran erkrankt. In Deutschland sind etwa 1,5 Millionen Menschen an Demenz erkrankt und in Thüringen sind es etwa 45 000.
Frau Seidler fragt in die Runde „Wer hat noch nie etwas verlegt oder vergessen?“, es meldet sich niemand, denn jeder hat schon mal was vergessen oder verlegt. Je älter man wird desto häufiger vergisst man was, aber das ist normal.
Bei Demenz vergisst man ganze Inhalte (Erlebnisse). Z. Bsp. Mutter und Tochter gehen einkaufen und am nächsten Tag, streitet die Mutter ab einkaufen gewesen zu sein. Verlegtes wird selten wiedergefunden bei Demenz und wenn doch, dann an unüblichen Orten (Socken im Kühlschrank). Demenz ist der Oberbegriff, er untergliedert sich in Primär degenerative Formen und Vaskuläre Formen, diese unterteilen sich noch weiter. Die bekannteste und häufigste ist die Alzheimer Demenz. Es gibt 100 verschiedene Formen von Demenz.
Bei von Demenz betroffenen Personen kann es zu Sprachstörungen kommen und im weiteren Verlauf dahin, dass sie nicht mehr sprechen. Wichtig für den Betroffenen ist es ihn am Anfang in seiner gewohnten Umgebung zu lassen und ihn noch vieles selbst machen zu lassen, auch wenn es länger dauert. Lob ist wichtig und die Stärkung des Selbstbewusstseins. Alles sollte sich an seinem bisherigen Leben orientieren. Es gibt Stimmungsschwankungen – depressive Phasen, deshalb sollten auch Gespräche und Erlebnisse positiv enden. Demenzkranke finden länger den Weg nach Hause, als an anders Orte. Im frühen Stadium fangen Betroffene an zu vertuschen, fahren nicht mehr weg und beschuldigen andere, wenn sie etwas vermissen.
Für die Diagnosestellung empfiehlt sich der Besuch beim Hausarzt, der dann weiter an den Neurologen überweist. Es folgen Blutbild, EKG, MRT und spezielle Tests. Ergotherapie ist sehr sinnvoll um die Selbstständigkeit zu erhalten.
Wichtig eine Vorsorgevollmacht, denn ohne die kann weder der Ehepartner oder die Kinder etwas entscheiden.
Frau Seidler beantwortete nebenbei alle Fragen und brachte viele Praxisbeispiele.
Ein Dankeschön an Frau Seidler für den interessanten Vortrag und dem Team der Kleinen Kneipe für die Bewirtung.

Ina Römer

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