Kultur

Ein Weihnachtsbraten á la Nordhausen

https://www.arterner-zeitung.de/artikel/2014-11/Ein-Weihnachtsbraten--la-Nordhausen

Pfiffige Inszenierung für sechs Puppen und einen Spieler

Foto: Toni Burkhardt  Nun muss die arme Auguste nicht mehr frieren (Puppenspieler Patrick Jech)

Foto: Toni Burkhardt Nun muss die arme Auguste nicht mehr frieren (Puppenspieler Patrick Jech)

Nordhausen. „Lat man gut sin, lat man gut sin, Hauptsach, dat ich in min Truh’ bin!“, schnattert diese Gans, zitternd und frierend, weil ihres warmen Federkleids beraubt. Wer kennt sie nicht, die wunderschöne Geschichte um einen Festtagsbraten, der eben nicht auf dem Tisch landet. Fein gefüllt mit Äpfeln, dazu Rotkohl und Klöße, hmm. Luitpold Löwenhaupt, dem Opernsänger, tropft der Zahn. Doch er hat seinen Speiseplan ohne die werte Familie gemacht. Tochter Elli, aufmüpfiger Teenager und Vegetarierin, sprüht `Gänsemörder!` an die Wand. Peter, ihr Bruder, schließt Freundschaft mit Auguste, der Biogans aus Freilandhaltung, und holt sie aus dem Keller geradewegs in sein Bett. Zusammen mit Mutter Carolin und der Oma wohnen sie alle in den Fächern eines alten Schreibmaschinentisches. Puppenspieler Patrick Jech, der, was Wunder, genauso gekleidet ist wie Puppe Löwenhaupt, spielt alle Rollen. Er plustert sich auf, weil sein Plan zu scheitern scheint. Löwenhaupt liefert sich Löwenherz-mäßig hinter einem Paravent einen Kampf Mann gegen Gans. Bei dem fliegen die Fetzen, oder besser: die Federn, als wäre Omas warmes Kopfkissen geplatzt. Dass Auguste danach in dem zartem Rosa ihres köstlichen Fleisches schon mal im Bratentopf im Keller landet, dauert sogar die Großmutter. Peter heult, Elli wettert und Frau Carolin weiß auch nicht so recht, zu wem sie nun halten soll. Vater Löwenhaupt schwillt der Kamm ob dieser renitenten Familie. Schließlich leistet die Oma praktische Lebenshilfe – für Auguste. In ihrem warmen Wollpullover sieht sie nun optimistisch dem Weihnachtsfest entgegen. Vater Löwenhaupt fügt sich, wie es liebe Papas nun mal tun, in sein Schicksal.

Bianca Sue Henne, die Leiterin des Jungen Theaters in Nordhausen hat Friedrich Wolfs Geschichte (1946) „Die Weihnachtsgans Auguste“ für das Nordhäuser „schwarzweissfigurentheater“ inszeniert. Es ist gedacht für Leute ab fünf Jahren, die am temperamentvollen Spiel Patrick Jechs mit seinen liebevoll gestalteten Holzpuppen großen Spaß haben dürften. Es geht richtig zur Sache, wenn um des Federviehs Leben gerungen wird. Kindgerecht und witzig agiert der Puppenspieler mit seinen Figuren, für die Bianca Sue Henne selbst zu den Stricknadeln gegriffen hat. Nach fünfzig Minuten gleicht die kleine Bühne im Theater unterm Dach, wo die Berichterstatterin der Generalprobe beiwohnen durfte, einem Schlachtfeld. Da haben alle Federn gelassen, nicht nur Auguste. Aber alle sind auch glücklich, darauf kommt es schließlich an.

Ende Dezember, also wenn Auguste das Weihnachtsfest bereits lebend überstanden hat, finden an zwei Tagen vier Aufführungen im TuD am Theater Nordhausen statt. Aber man kann Patrick Jech und seine „Weihnachtsgans Auguste“ auch buchen. Die beiden rollen dann samt ihrer kleinen Wanderbühne in Grundschulen und Kindergärten. Unter der Mobilnummer 0163 4808470 oder per Mail an info@schwarzweissfigurentheater.de ist Luitpold Löwenhaupt samt Familie und Federvieh zu erreichen.




Nächste Vorstellungen: 27. Dezember um 14.30 Uhr und 16 Uhr und 28. Dezember um 10.30 Uhr und 12 Uhr
Karten bestellen: Telefon 03631 - 983452 oder Internet www.theater-nordhausen.de

Evelyn Lange

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