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TOWER Belegschaft erteilt Regelungsabrede eine Absage

Geschäftsleitung auf Betriebsversammlung entzaubert – was zählt, ist der Tarifvertrag. Lesen Sie hier die PM der IG Metall.

Warnstreik der Spätschicht vergangenen Montag (30. Januar 2017)

Warnstreik der Spätschicht vergangenen Montag (30. Januar 2017)

Artern. Nach einer über mehrere Stunden andauernden Betriebsversammlung bei Tower Automotive in Artern gab es keinen Zweifel mehr. Die Beschäftigten wollen, dass ihre Arbeitsbedingungen durch einen Tarifvertrag geregelt und von der Gewerkschaft verhandelt werden. In mehreren Versammlungen versuchten die Arbeitgeber, die Beschäftigten zu überzeugen, zu Gunsten von Investitionen und Arbeitsplätzen auf tariflich geregelte Arbeitsbeziehungen zu verzichten und sich von der Gewerkschaft loszusagen. Vom Betriebsrat wurde erwartet, Zugeständnisse zur Einlassung auf Regelungsabreden zu tätigen. Die Zielsetzung ist klar. Sind erst einmal die Bestimmungen abgelöst, ist der Tarifvertrag Geschichte. Dieses Ziel wurde auch von der Geschäftsleitung untermauert. Keinen Tarifvertrag, so Geschäftsführer Batilla – „mal sehen, wer wie lange durchhält“ .
Ein TOWER Manager, Marc Gerull: „Wir wollen marktkonforme Arbeitsbedingungen“ und „das Ruhrgebiet hat sich wegen einheitlichen Regelungen (gemeint sind Tarifverträge) zu einer Industrieruine entwickelt“. Gegen dieses Modell, dem Modell des billigen Jacobs und der einseitigen Willensbildung, haben sich die Beschäftigten und der Betriebsrat ausgesprochen.
Was zählt, ist der Tarifvertrag! – und das geht nur mit der Gewerkschaft!

Das ist der einheitliche Tenor, aus der über eine Stunde andauernden Diskussion auf der heutigen Betriebsversammlung. Sie wissen, dass der Tarifvertrag ihnen den größten Schutz bietet. Das untermauert auch der Betriebsrat, „Immerhin ist klar, dass auf tariflich vereinbarte Bestimmungen nicht durch Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag verzichtet werden kann/darf. Wir als Betriebsrat werden nicht dazu beitragen, dass tarifliche Ansprüche in Abrede oder zukünftig in Gefahr gebracht werden“, so Andreas Lyson für den Betriebsrat. Peter Beyer machte es deutlich, er ergänzte zu Lyson und erinnerte daran, „wie es ohne Betriebsrat und Gewerkschaft war. Schlechte Rahmenbedingungen waren an der Tagesordnung, von der Einstellung bis zum Entgelt. Wir können nur mit der Gewerkschaft bestehen, mit der IG Metall, wenn wir auf Augenhöhe unsere Arbeitsbedingungen mitgestalten wollen“. Die eigentliche Zielsetzung der Arbeitgeber bei Tower ist, alleine die Spielregeln aufstellen zu können, so Spitzbarth, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Nordhausen. Die Behauptung, dass durch die Kündigung des Tarifvertrages kein Tarifvertrag mehr bestehe, ist einfach falsch. Der Tarifvertrag entfaltet nach seiner Kündigung Nachwirkung (§4 Abs. 5 TVG). Gegen den Willen der Beschäftigten ändert sich daran nichts. Das einzige was sich ändert, ist, es besteht keine Friedenspflicht mehr und die Gewerkschaft kann zu Warnstreiks und wenn es sein muss, zu Erzwingung-Streiks aufrufen, so Spitzbarth weiter. Nun liegt es bei den Arbeitgebern, ob es am Verhandlungstisch zu einer Lösung kommt und der Wille der Belegschaft von TOWER akzeptiert wird. Die IG Metall hat die Geschäftsleitung aufgefordert, an den Verhandlungstisch zu kommen und den Willen der Beschäftigten zu akzeptieren. Darin liegt die wahre Stärke und Achtung gegenüber den Beschäftigten. Alles andere ist das Aufzwingen eines Diktates. Diese Zeiten wollen wir nicht wieder erleben. Demokratie und Mitbestimmung ist die Grundlage für einen respektvollen Umgang miteinander, so Spitzbarth abschließend.

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