Land und Leute

Traditionelles Städtepartnerschaftstreffen

20. Europa-Camp in der französischen Partnerstadt von Artern - Mazingarbe

Mazingarbe. Bonjour, Salut, Baguette, Croissant, Merci und Au revoir – wie weit man in Frankreich mit diesen allseits bekannten französischen Ausdrücken tatsächlich kommen kann, durfte das Arterner Schalmeienorchester jüngst in Erfahrung bringen. Anlässlich des diesjährigen Treffens der Partnerstädte Artern, Einbeck, Mazingarbe (Frankreich) und Topol’?any (Slowakei) freuten sich die Musiker ganz besonders, in diesem Sommer als Repräsentanten ihrer Heimatstadt am traditionellen Euro-Camp teilzunehmen.

Die Rolle des Gastgebers oblag diesmal der nordfranzösischen Kleinstadt Mazingarbe. Bereits zum 20. Mal trafen sich zahlreiche Kinder und Jugendliche verschiedener Altersgruppen aus den Partnerstädten, wurden von den französischen Freunden mit einem spannenden und abwechslungsreichen Jubiläumsprogramm bei Laune gehalten und hatten rundum jede Menge Spaß. So berichten die Mitglieder des Orchesters freudestrahlend: „Integriert in ein kunterbuntes und interessantes Kulturprogramm hatten wir die Ehre, unsere Stadt Artern in diesem Jahr zum Europa-Camp im idyllischen Städtchen Mazingarbe zu repräsentieren. Gemeinsam mit unseren Partnerstädten durften wir vier wundervolle Tage verbringen, zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli im Rahmen der feierlichen Paraden im ganzen Land auftreten, am gigantischen Fest-Feuerwerk teilnehmen und unser Wissen in einem fetzigen Europa-Riesen-Quiz unter Beweis stellen.
Außerdem warteten auf uns coole mehrsprachige Workshops, in denen wir wahlweise moderne Street-Dance-Choreographien lernten, kleine französische Theaterstücke einstudierten, kurze Interviews durchführten oder mit der Gestaltung landestypischer Comics und Cartoons vertraut gemacht wurden. Bei perfektem Sommerwetter kam auch das Baden nicht zu kurz, und das Tanzbein konnte nach dem leckeren Abendessen auch ordentlich geschwungen werden.“ Dass das Euro-Camp in Frankreich immer um die Fête Nationale herum stattfindet, ist wirklich lohnenswert. So stellte der landesweite Feiertag für wohl alle Teilnehmenden das Highlight des internationalen Treffens dar. Herzlich empfangen mit einer Hand voll Trikoloren – der französischen Nationalflagge – sowie einem Stapel roter Phrygenkappen (frz. bonnet rouge), die die Jakobiner während der Französischen Revolution als Ausdruck ihres politischen Bekenntnisses trugen, tummelten sich bereits um zehn Uhr morgens unzählige Bürger vor dem prunkvollen Rathaus der Kleinstadt. Bei schönstem Sonnenschein zunächst entführt von den harmonischen Klängen der Philharmonie, die die Marseillaise – die französische Nationalhymne – spielte, wurde das Festvolk auch mit stimmungsvollen Melodien der Arterner Schalmeien auf den bevorstehenden Festumzug und die anschließende Zusammenkunft im wunderschönen Rathauspark eingestimmt.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen, außergewöhnlichen Knobel- und Geschicklichkeitsspielen, lustigen Schubkarrenrennen und erfrischenden Wasserschlachten unter freiem Himmel fand der Nationalfeiertag mit einem überragenden Fest-Feuerwerk am späten Abend einen krönenden Abschluss. „Entgegen unserer anfangs peinlich berührten Kinder und Jugendlichen, statt unserer üblichen Kopfbedeckung zur Feier des Tages einmal die traditionelle Jakobinermütze aufzusetzen, zeigten ebendiese im gesamten Zusammentreffen mit den anderen Nationen keinerlei Zurückhaltung und Berührungsängste. Sprachbarrieren wurden schnell überwunden, indem wir uns mithilfe eines Mischmaschs aus Deutsch, Englisch und ein paar französischen Wörtern unterhielten oder unseren musikalischen Leiter Sebastian, der dank seines Studiums fließend französisch spricht, zu Rate zogen. Wir haben viel gelacht und die gemeinsame Zeit sehr genossen. Für den herzlichen Empfang, die ausgezeichnete Betreuung und die Organisation vor Ort, die eben typisch französisch war und entspannterweise 'mal nicht der strengen deutschen Manier entsprach, alles minutengenau und konkret durchgeplant haben zu müssen, möchten wir uns von Herzen bei der Stadt Mazingarbe bedanken. Gern wären wir noch länger geblieben und freuen uns schon sehr auf das nächste Mal.“

Sebastian Weidauer

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