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Panorama-Museum noch zu retten

Gute Nachrichten erreichten uns aus Bad Frankenhausen. Das Museum bleibt erhalten und das Ganze soll auch weit weiniger kosten, als befürchten. Heute also Good News zum Wochenende.

künstlerische Darstellung des Museums

künstlerische Darstellung des Museums

Bad Frankenhausen. Nach unserem letzten Artikel im Juli hat sich richtig was getan auf dem Schlachtberg. Vor ein paar Monaten hatte der Thüringer Rechnungshof gar den Erhalt des Museums infrage gestellt, da der bauliche Zustand ein schlechtes Zeugnis erhielt:



Nun erreichten uns weitaus positivere Nachrichten vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft.

Die Außenwand des Museums besteht aus zwei Teilen, einer inneren Tragschale und einer äußeren Wetterschale. Die äußere Betonschale, bestehend aus 54 Spannbetonschalen. Diese wurden nun eingehend vom Institut für Steinkonservierung e.V. und mehreren universitären Instituten untersucht. Es wurden Risse und Verfärbungen im Beton festgestellt, was zu vertieften Untersuchungen und umfassenden Maßnahmen führte.
Drohnenbefliegungen, Entnahme von Betonproben zur Druckfestigkeits- und Rohdichtemessung, sowie die Analyse der Tiefenlage der Bewehrung durch Georadargeräte waren Teil des Forschungsprojekts. Die Wirksamkeit der Außenbeschichtung und der sogenannten CO2-Bremse wurde mit aufwendigen Methoden gemessen, um den Korrosionsschutz zu bewerten. Denn im Stahlbeton rosten über die Jahre die innen liegenden Stahlstreben.

Hier kommt dann die gute Nachricht. Die bisher noch nicht veröffentlichten Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass eine umfassende Gesamtsanierung des Panorama Museums nicht notwendig ist. Die Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen werden dadurch voraussichtlich weniger kostenintensiv sein als befürchtet.

Ein bereits im Raum stehendes Konzept aus dem Jahr 2014, das den Bau einer eigenständigen Hülle um den bestehenden Baukörper vorsah und mit 45 Millionen Euro beziffert wurde, erwies sich als wenig praktikabel und nicht denkmalgerecht. Man stelle sich vor, das markante Gebäude hätte tatsächlich eine neue Außenhaut bekommen. Die aktuellen Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die Qualität der Stahlbetonschalen besser ist als ursprünglich angenommen. Eine Betonsanierung der Risse und eine Erneuerung der Beschichtung der Wetterschale sind ausreichend, um den Erhalt des Baudenkmals und den Schutz des Gemäldes zu gewährleisten.

Die geschätzten Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich aus heutiger Sicht auf rund 9 Millionen Euro, darunter fallen auch noch weitere Maßnahmen, wie der Einbau eines Fahrstuhls. Die Sanierungsarbeiten sollen 2024 beginnen und idealerweise zum Bauernkriegsjubiläum abgeschlossen sein. Ein fortlaufendes Gebäudemonitoring wird eingerichtet, um den Zustand von Dachkonstruktion, innerer Gipsdecke und Innenschale zu überwachen und bei Bedarf weitere Sanierungsmaßnahmen einzuleiten.

Hintergrund: Das Panorama Museum Bad Frankenhausen, ein 28 Meter hoher Monumentalbau mit einem Durchmesser von 44 Metern, wurde zwischen 1974 und 1989 errichtet. Dieser einzigartige Experimentalbau gilt als kultureller Gedächtnisort und ist im Blaubuch der Bundesregierung verzeichnet. Die Konstruktion geht auf Herbert Müller zurück, den technischen Leiter des Wohnungsbaukombinats Halle. Die HP-Schalen, eine Entwicklung von Müller, prägten zahlreiche Bauten der Ost-Moderne. Das Panorama Museum ist ein herausragendes Beispiel dieser Bauweise und beherbergt das Monumentalgemälde von Werner Tübke, was seinen Denkmalwert weiter unterstreicht.

Matthias Zupp

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