Politik

Seilbahn statt Geolift!

https://www.arterner-zeitung.de/artikel/2014-04/Seilbahn-statt-Geolift

Spektakulärer Neustart am Kyffhäuser: Mit der Übernahme des Kyffhäuserdenkmals durch die Kur GmbH und damit die Stadt Bad Frankenhausen, wird ein neues touristisches Highlight am Kyffhäuser geschaffen.

Foto Seilbahn: wikipedia.org Nutzer: Cacophony, Lizenz: CC BY 3.0, Foto Kyffhäuser: Arterner Zeitung

Foto Seilbahn: wikipedia.org Nutzer: Cacophony, Lizenz: CC BY 3.0, Foto Kyffhäuser: Arterner Zeitung

Bad Frankenhausen. Ab heute betreibt die Kur-Gesellschaft mbH das Kyffhäuserdenkmal, dazu traf sich bereits am gestrigen Montag der Bürgermeister der Stadt Bad Frankenhausen Matthias Strejc (SPD) bei Notarin Dr. Friederike Klepsch. Mit der Erweiterung des Aufgabenfeldes der Kur-GmbH ändert sich auch der Name zu Kur & Tourismus GmbH Bad Frankenhausen. Mit der Übernahme des Betriebes durch die Kur & Tourismus GmbH wird auch wieder Eintritt am Kyffhäuser erhoben.
Gleichzeitig hat man eine besondere Überraschung parat. Zur besseren touristischen Erschließung des Denkmals ist seit Jahren ein sogenannter Geolift in der Diskussion, der das Hemmnis des mühsamen Aufstiegs zum Denkmal beseitigen sollte. Hinter vorgehaltener Hand galt das Projekt aber als zu teuer, um dann "in einer dunklen Röhre" auf das Denkmal zu gelangen. Schon immer wurde die Schönheit der Landschaft betont und da wirkt das neue Projekt nur allzu schlüssig: Eine Seilbahn soll her! Gab es noch viel Frust zwischen Matthias Strejc und dem Thüringer Bauministerium und Minister Carius über die Förderbarkeit der "Dreipunktlösung" zur dauerhaften Stabilisierung des Schiefen Turms in Bad Frankenhausen, scheint hier Einigkeit zu herrschen, dass die Seilbahn einen echten touristischen Mehrwert für die ganze Region bringen wird. Die Kritik am Bauministers indes scheint abgeklungen zu sein, da eine Erweiterung der Seilbahnstrecke bis zum Panorama Museum und vielleicht sogar bis zur Kyffhäusertherme in Aussicht gestellt wurde. Das wäre für die Stadt Frankenhausen ein touristisches Highlight sondergleichen, denn man hätte damit schlagartig die längste Seilbahn Europas, wenn auch mit der geringsten Steigung auf der Gesamtstrecke.
Die Finanzierung für das erste Stück vom Denkmal zum Burghof scheint derweil schon zu stehen. Das Ministerium sprach in diesem Zusammenhang von Peanuts: "Für den Geolift hatten wir bereits 1,8 Millionen im Investitionshaushalt des Landes abgestellt. Nach aktuellen Planungen würde eine Verlängerung der Strecke bis in das Kerngebiet Frankenhausen etwa 14,75 Millionen mehr kosten. Denken sie nur daran, was der schiefe Turm auf der Röhn kosten sollte!" In der Tat belaufen sich die aktuellen Schätzungen für den schiefen Turm auf der Röhn, bei dem ein 70 m hoher Aussichtsturm mit 23,5 Grad Neigung im Thüringer Wald gebaut werden sollte, auf etwa 14 Millionen. Offenbar hat man sich in Thüringen jetzt ganz gegen schiefe Türme entschieden und setzt auf mehr auf Abendteuer.
Baubeginn für die "GeoSeilbahn" soll wohl schon im Juli diesen Jahres sein.

Matthias Zupp

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