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Politik

Bangen um den Schiefen Turm

In Bad Frankenhausen ist der Frust groß über die Ablehnung der Förderung zur Sicherung des Schiefen Turms im Rahmen der Städtebauförderung.

Bad Frankenhausen. Vorgeführt fühlt sich der Bad Frankenhäuser Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) vom Thüringer Bauministerium. „Auch einem Tag nach dem Gespräch bin ich fassungslos und Entschuldigung, dass ich dies so sagen muss, mit welcher Selbstherrlichkeit und mit welcher Überheblichkeit Mitarbeiter des Thüringer Bauministeriums im Gespräch zum Schiefen Turm gegenüber der Stadt und dem Planer aufgetreten sind.“, so der Kurstadt Bürgermeister Matthias Strejc.
Er war gestern zu einem Gespräch mit dem zuständigem Planer Dr. Trabert im Thüringer Bauministerium, um nach Möglichkeiten der Förderung der dauerhaften Stabilisierung des Schiefen Turmes von Bad Frankenhausen zu suchen.
Hintergrund der erneuten Beratung war der Ablehnungsbescheid zur Sicherung des Turmes vom 30.09.2013 seitens des Freistaats Thüringen. Der damalige Ablehnungsgrund zur Förderung war ausschließlich folgende Begründung: „ Angesichts des Fehlens einer belastbaren Aussage, dass die in der Vorplanung dargestellte „Dreipunktlösung“ zu einer dauerhaften Stabilisierung des Kirchturms führt, kann einem weiteren Mitteleinsatz der Städtebauförderung nicht zugestimmt werden.“

Nun hat die Kommune seit letztem Dienstag die Baugenehmigung vorliegen und damit die Bestätigung, dass die Dreipunktlösung umgesetzt werden kann. Also ging der Bürgermeister der Kurstadt optimistisch in die gestrige Gesprächsrunde, zumal die Stadt Bad Frankenhausen einen aktuellen Zuteilungsrahmen von Städtebaufördermitteln in Höhe von 780 T€ zur Verfügung steht und damit auch finanzielle Mittel vorhanden wären.
Im Laufe des Gespräches im Thüringer Bauministeriums wurde der Frankenhäuser Delegation aber erneut schnell klar, dass die jahrelange ablehnende Haltung seitens des Ministeriums anhält und dass Mitarbeiter des Ministeriums nun mit neuen Ablehnungsgründen aufgetrumpft haben. „Da sitzen in Erfurt Mitarbeiter und beurteilen aus der Ferne heraus, dass die Erhaltung des Schiefen Turmes von Bad Frankenhausen keinen zukünftigen Mehrwehrt für die Kommune bringen würde. Als dieser neue Ablehnungsgrund kam, war ich einfach nur sprachlos. Wie kann man so realitätsfremd sein“, so Bürgermeister Matthias Strejc.


Zurückblickend betrachtet profitiert die Stadt Bad Frankenhausen bereits jetzt von dem kulturhistorischen Bauwerk. Es kommen nachweislich mehr Gäste in die Kurstadt, besuchen den Schiefen Turm und verweilen in der Stadt und in der Region. So kommen zum Beispiel seit Eröffnung des Info-Pavillons am Schiefen Turm täglich um die 100 Besucher und am Wochenende sogar täglich um die 200 Besucher. Der Schiefe Turm ist bereits jetzt eine Touristenattraktion. Und da fehlt dem Bürgermeister Strejc das völlige Verständnis, wenn man sich in Erfurt hinsetzt und von keinem Mehrwert spricht. In dem Gespräch wurde immer wieder auf dieses eine Thema hingewiesen. „Der Mitarbeiter des Ministeriums hat sich selbst widersprochen. Denn das Ministerium bewilligte Fördermittel für die Sanierung des Hausmannsturmes, ein Turm ca. 200 Meter Luftlinie vom Schiefen Turm entfernt. Keine Frage, wir freuen uns über diese Förderung, doch hier hat nie einer im Vorfeld einen Nachweises des Mehrwertes für die Kommune gesprochen. Wir mussten kein Konzept zur Nachnutzung vorlegen. Wir brauchten keine Besucherstatistik. Beim Schiefen Turm ist das alles Grundvoraussetzung für eine Förderung. Das zeigt mir, hier will man einfach nicht fördern und sucht immer und immer wieder nach Ablehnungsgründen“, so völlig entnervt der Frankenhäuser Bürgermeister Strejc.
„Und weiterhin hat sich das Bauministerium dahingehend widersprochen, dass 2006 der Grund der Förderung der Sanierung des Schiefen Turmes ausschließlich das stadtprägende Bild des Turmes in der Kommune war. Keine Frage, aus städtebaulicher Sicht ist der Turm stadtprägend und gehört zur Skyline der Kurstadt. Und gerade an diesem Punkt hat sich doch 8 Jahre später nichts geändert! Nach wie vor ist der Schiefe Turm aus städtebaulicher Sicht stadtprägend. Doch 2014 ist anscheinend dieser Förderungsgrund plötzlich verschwunden. Einfach nicht nachvollziehbar“, so Strejc weiter.

Alles im allen sind die Vertreter maßlos enttäuscht vom Verlauf des gestrigen Gespräches. „Wo eine Wille ist, ist auch ein Weg. Doch seitens des Ministeriums will man gar kein Lösungsansatz suchen. Eigentlich bräuchte man den auch nicht, denn die Baugenehmigung liegt vor, Geld wäre auch vorhanden und dennoch versagt man uns die Sanierung“, Bürgermeister Strejc.
Wie weiter? „Klar war das Gespräch gestern sehr ernüchternd und dennoch geben wir nicht auf. Jetzt erst recht“, so Strejc.
Die Kommune wird einen erneuten Fördermittelantrag einreichen und sich auf den Ablehnungsbescheid vom September 2013 beziehen. Der damalige Versagungsgrund ist ausgeräumt, die Baugenehmigung liegt vor. Also ist man in Bad Frankenhausen gespannt, mit welchem neuen Versagungsgrund das Thüringer Bauministerium auftritt. „Wenn es der dauerhafte Mehrwert für die Stadt und für die Region ist, dann ist das Bauministerium absolut realitätsfremd. Und Entschuldigung, dieser Ablehnungsgrund wäre einfach nur lächerlich“, so Bürgermeister Matthias Strejc.


Zudem versucht die Stadt Bad Frankenhausen, dass sich das Thüringer Kabinett erneut mit der Thematik beschäftigt. Denn vor einigen Jahren hatte das Thüringer Kabinett eine Förderung abgelehnt. Aus damaliger Sicht nachvollziehbar, da kein Konzept vorlag. Einige Jahre später haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verbessert und auch der Mehrwert für die Stadt und für die Region ist nachweislich vorhanden. „Also sehe ich gute Chancen, dass sich das Kabinett erneut damit beschäftigt und zu einer anderen Meinung kommt. Zumal die Tourismusexperten des Thüringer Wirtschaftsministeriums den Mehrwert des Schiefen Turmes bereits erkannt haben. Nur seltsamer Weise nicht im Bauministerium“, so Bürgermeister Matthias Strejc.


Die handelnden Akteure vor Ort werden weiter für den dauerhaften Erhalt des Schiefen Turmes kämpfen und jede Möglichkeit nutzen. „Es stimmt mich sehr traurig, dass die handelnden Akteure hier in Bad Frankenhausen aber auch in der gesamten Kyffhäuser-Region durch verschiedenste Beschlüsse immer wieder bestätigt haben, wie wichtig der Schiefe Turm für die gesamte Region ist und welche Zukunftsvisionen wir haben, und dies in Erfurt einfach nicht wahrgenommen wird. Wie historische Bausubstanz dem Abriss freigegeben wird, denn der Schiefe Turm ist über 630 Jahre alt. Und zudem der Schiefe Turm in zahlreichen Konzepten stets als wichtiger Bestandteil der Stadtentwicklung aufgelistet ist. Und dann sieht man in Erfurter Bauminsterium alles völlig anders. Da fehlt mir das Verständnis“, so enttäuscht aber kämpferisch der Bürgermeister der Kurstadt Bad Frankenhausen Matthias Strejc.

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