Kultur

Rezension zum Konzert des Duos TWO MEN BLUE

Lesen Sie hier Rezension zum Konzert des Duos TWO MEN BLUE mit Blues und Bluesverwandtem, das am 11. November in der Eingangshalle des Panorama Museums stattfand.

Bad Frankenhausen. Am Freitag, dem 11. November, 20:00 Uhr gastierte das Duo TWO MEN BLUE auf der kleinen Bühne in der Eingangshalle des Panorama Museums. Der Name des Duos ließ entweder auf eine trinkfeste Formation oder auf die von ihnen bevorzugte Musik, den Blues schließen. Zumindest tauchten zwei LED-Bühnenscheinwerfer immer wieder mal die beiden Musiker in blaues Licht, während sie ihre Musik an diesem Abend gut gelaunt und unprätentiös präsentierten. Als thüringische Lokalmatadoren lockten sie mehr als 80 Gäste auf den Schlachtberg, von denen sich viele darüber freuten, dass an dieser Stelle endlich wieder Konzerte angeboten wurden. Und die Freude darüber übertrug sich unvermutet auch auf die beiden auf der Bühne. Das waren Holger Sauerbrey, alias JOSA, der neben wenigen Sologesangsparts zumeist die zweite Stimme übernahm, viel öfter an der Bluesharp (ob akustisch oder über Harpmic und Amp abgenommen) zu erleben war, dann aber auch auf der akustischen Gitarre oder der Mandoline seinen Partner Rudi begleitete. Rudi Feuerbach – ehemaliger Gitarrist der Band KEIMZEIT - übernahm den Hauptgesangspart und die zumeist rhythmische Gitarrenbegleitung auf seiner halbakustischen E-Gitarre oder seiner National-Steel. Und schon das Stück Nummer eins machte die Richtung des Abends klar. Es war eher eine Rockabilly-Nummer, die dem amerikanischen Volksmusikfundus der 30er Jahre zu entstammen schien, rumplig-gut gelaunt, ein Stück zum Tanzen und ein wunderbarer Auftakt für einen schönen Abend. Rudi sang und begleitete sich dabei auf seiner Gitarre, Josa mit seiner helleren, heiseren Stimme fiel in den Refrain ein und sorgte auf der Manoline für die obertonreichen Tupfer. Blues ist für die beiden nichts, auf das man ein Reinheitsgebot anlegen müsse, eher ein Lebensgefühl und so präsentierten sie neben ganz traditionellen Nummern von Legenden wie Robert Johnson auch Moderneres von Keb Mo, Bluesverwandtes, amerikanische Folkstückchen oder eigenwillige Coverversionen ihrer Popmusik-Helden.
Schon in Stück Nummer zwei - nun eines von dem schon erwähnten Keb Mo - wurde das Tempo etwas angezogen, Rudis Begleitspiel perkussiver und Josa zeigte etwas von seinen Mundharmonikakünsten. Er überzeugte an diesem Abend nicht nur durch ebenso treibendes Begleitspiel sondern auch mit fein differenziertem Melodiespiel auf der Bluesharp. Das Stück „Kein Kontakt“, das darauf folgte, hatte Rudi während der schwierigen Corona-Zeit geschrieben und erinnerte nun in bester Weise an die wirklich sympathische ostdeutsche Blues-Tradition, wie man sie von Stefan Diestelmann, den Engerlingen, Jürgen Kerth oder der Monokel-Bluesband kannte, d.h. deutsche Texte und dazu moderne Bluesarrangements. Schon hier war der Funke zum Publikum längst übergesprungen. Das zeigte sich nicht zuletzt daran, dass wirklich einige Gäste den leeren Raum neben der Bühne dazu nutzten, um das Tanzbein zu schwingen. Als Rudi dann noch am Ende des zweiten Sets „Hey Joe“ von Jimmy Hendrix anstimmte und mit viel Spaß sich durch die Akkorde des Songs improvisierte, da flackerten massenhaft Handydisplays im Publikum auf und es war klar, dass die beiden Musiker erst nach einem gehörigen Zugabenteil ihr Konzert beenden durften.

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Fred Böhme

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